Ein Typenschild ist keine Dekoration — es ist ein technisches Dokument in Schildform. Es enthält alle Informationen, die zur eindeutigen Identifikation und sicheren Verwendung einer Maschine, eines Geräts oder einer Anlage notwendig sind. In vielen Bereichen ist die Anbringung eines Typenschilds gesetzlich vorgeschrieben: Die EU-Maschinenrichtlinie und die CE-Kennzeichnungspflicht verlangen eine dauerhafte, gut lesbare Kennzeichnung direkt am Produkt.
Typenschilder werden benötigt für Maschinen und Produktionsanlagen, Elektromotoren und Antriebsaggregate, Anhänger und Fahrzeugaufbauten, Schaltschränke und Steuerungsanlagen, Druckbehälter und technische Installationen — überall dort, wo Hersteller, Betreiber oder Behörden auf technische Daten zurückgreifen müssen.
Materialien
Welches Material passt zu Ihrem Typenschild?
Graviertes Aluminium
Das meistgewählte Material für Typenschilder und Leistungsschilder. Die Lasergravur ist dauerhaft in die Aluminiumbeschichtung eingearbeitet — temperaturbeständig bis +400 °C, chemikalienbeständig, UV-beständig. Verblasst nicht, blättert nicht ab, auch nach Jahren im Industrieeinsatz. Stärke: 1 mm. Verfügbar in gängigen Farbkombinationen wie Schwarz/Weiß, Silber/Schwarz und Blau/Weiß.
Edelstahl
Für Typenschilder in Extremumgebungen: Temperaturen bis +1.200 °C, chemikalienresistent, korrosionsbeständig. Faserlasergravur direkt in die Metalloberfläche — die dauerhafteste Beschriftungsmethode. Für Außenanlagen, Chemiebereiche und alle Umgebungen, in denen Aluminium an seine Grenzen stößt. Stärke: 1 mm, Material aus Italien.
Gravierter Kunststoff
Leichter und günstiger — für Typenschilder in weniger anspruchsvollen Umgebungen. Mehrschichtiges Laminat, per Lasergravur beschriftet, temperaturbeständig von −40 °C bis +80 °C, chemikalienbeständig. In vielen Farbkombinationen verfügbar.
Inhalt und Gestaltung
Der Inhalt eines Typenschilds hängt vom Einsatzbereich und den geltenden Normen ab. Typische Angaben auf Typenschildern und Leistungsschildern sind Herstellername und -adresse, Modell- oder Typenbezeichnung, Seriennummer, Baujahr, technische Daten (Leistung, Spannung, Frequenz, Druck), CE-Kennzeichnung und Normenhinweise.
Für CE-Kennzeichnungen gilt: Das CE-Zeichen muss gut sichtbar, leserlich und dauerhaft angebracht sein — die Lasergravur erfüllt diese Anforderungen zuverlässig. Für konkrete normative Anforderungen empfehlen wir, die zuständige Konformitätsstelle hinzuzuziehen.
Im Konfigurator geben Sie alle Inhalte frei ein. Für Serien mit individuellen Seriennummern können unterschiedliche Nummerierungen in einer Bestellung kombiniert werden.
Vorschriften für Typenschilder
Ein Typenschild an einer Maschine ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Pflicht ergibt sich aus der EU-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, Anhang I, Abschnitt 1.7.3 – und ab dem 20. Januar 2027 aus der neuen EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die die Richtlinie ablöst.
Diese Angaben verlangt der Gesetzgeber
Firmenname und vollständige Anschrift des Herstellers
Bezeichnung der Maschine
Baureihen- oder Typbezeichnung
Seriennummer, sofern vorhanden
Baujahr, also das Jahr, in dem der Herstellungsprozess abgeschlossen wurde
CE-Kennzeichnung, mindestens 5 mm hoch
Angaben in der Amtssprache des Bestimmungslandes – in Deutschland also auf Deutsch
Hinzu kommen je nach Produkt die technischen Daten, die die einschlägige Norm fordert: bei Elektromotoren Spannung, Stromstärke, Leistung und Frequenz, bei Druckbehältern der zulässige Betriebsdruck, bei Anhängern das zulässige Gesamtgewicht.
Die Kennzeichnung muss erkennbar, deutlich lesbar und dauerhaft sein. Dauerhaft heißt: Sie darf über die gesamte Lebensdauer der Maschine weder abblättern noch verblassen noch durch Reinigungsmittel, UV-Strahlung oder mechanischen Abrieb unleserlich werden. Eine Lasergravur in Aluminium oder Edelstahl erfüllt diese Anforderung, weil die Beschriftung im Material selbst liegt und nicht darauf.
Was sich am 20. Januar 2027 ändert
Die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 behält die bisherigen Pflichtangaben bei und ergänzt sie um einen Punkt, der die Gestaltung des Typenschilds unmittelbar betrifft: Die Betriebsanleitung darf künftig digital bereitgestellt werden. Wer das tut, muss auf der Maschine selbst angeben, wo die Anleitung zu finden ist – in der Praxis als URL oder QR-Code auf dem Typenschild.
Dieser Verweis muss über die voraussichtliche Lebensdauer der Maschine funktionieren, und die digitale Dokumentation muss mindestens zehn Jahre abrufbar bleiben. Für das Schild bedeutet das: Der QR-Code muss so dauerhaft und so scharf ausgeführt sein wie der übrige Inhalt. Eine aufgeklebte Etikette, die nach drei Jahren nicht mehr lesbar ist, erfüllt die Anforderung nicht.
Maschinen, die vor dem 20. Januar 2027 in Verkehr gebracht wurden, dürfen weiterhin bereitgestellt werden. Die neuen Anforderungen gelten für Maschinen, die ab diesem Datum erstmals auf den Markt kommen.
Unsere Rolle – und wo sie endet
Wir fertigen das Schild nach Ihren Vorgaben: Material, Format, Inhalt und Befestigung bestimmen Sie. Lasergravur in eloxiertem Aluminium und Edelstahl erfüllt die Anforderung an eine dauerhafte und gut lesbare Kennzeichnung.
Was auf das Schild gehört, ergibt sich aus der Richtlinie oder Verordnung, die für Ihr Produkt gilt, und aus Ihrer Konformitätsbewertung. Diese Prüfung können wir Ihnen nicht abnehmen. Im Zweifel wenden Sie sich an Ihre benannte Stelle oder an die zuständige Konformitätsbewertungsstelle.
So wählen Sie das passende Typenschild
Material nach Umgebung: Für normale industrielle Innen- und Außenumgebungen: graviertes Aluminium. Für Extremtemperaturen, Säuren oder chemisch belastete Bereiche: Edelstahl. Für büronahe oder trockene Innenbereiche: gravierter Kunststoff.
Größe: Typenschilder müssen alle vorgeschriebenen Angaben gut lesbar unterbringen. Mindestgröße: 25 × 10 mm. Für mehr Inhalt empfehlen wir Formate ab 60 × 40 mm. Minimale Linienstärke für Gravuren: 0,2 mm; QR-Codes mindestens 20 × 20 mm.
Montage: Schrauben und Nieten für dauerhafte Montage. Klebepad für glatte Oberflächen. Für Typenschilder für Anhänger und mobile Anlagen empfehlen wir Niet- oder Schraubmontage — dauerhafter und rüttelfester als Klebepads.
Serienfertigung: Für Serien mit fortlaufenden Seriennummern können unterschiedliche Nummerierungen in einer Bestellung kombiniert werden — ohne Einzelbestellung pro Schild.
Häufige Fragen zu Typenschildern
Was ist ein Typenschild?
Ein Typenschild ist die dauerhafte Kennzeichnung an einer Maschine, einem Gerät oder einer Anlage, auf der Hersteller, Typbezeichnung, Seriennummer, Baujahr und die technischen Kenndaten stehen. Es dient der eindeutigen Identifikation des Produkts über dessen gesamte Lebensdauer – für den Betreiber, den Service, die Ersatzteilbestellung und die Behörde.
Anders als ein Hinweis- oder Warnschild ist das Typenschild in den meisten Fällen gesetzlich vorgeschrieben.
Welche Vorschriften gelten für Typenschilder?
Für Maschinen gilt die EU-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, Anhang I, Abschnitt 1.7.3. Ab dem 20. Januar 2027 wird sie durch die EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 abgelöst.
Daneben greifen produktspezifische Regelwerke: die Niederspannungsrichtlinie für elektrische Betriebsmittel, die Druckgeräterichtlinie für Druckbehälter, einschlägige DIN-EN-Normen für einzelne Maschinentypen. Welches Regelwerk für Ihr Produkt maßgeblich ist, ergibt sich aus Ihrer Konformitätsbewertung.
Was muss auf einem Typenschild stehen?
Nach Anhang I, Abschnitt 1.7.3 der Maschinenrichtlinie mindestens: Firmenname und vollständige Anschrift des Herstellers, Bezeichnung der Maschine, Baureihen- oder Typbezeichnung, Seriennummer sofern vorhanden, Baujahr und die CE-Kennzeichnung. Die Angaben müssen in der Amtssprache des Bestimmungslandes stehen.
Dazu kommen die technischen Daten, die die für Ihr Produkt geltende Norm verlangt – bei Elektromotoren etwa Spannung, Stromstärke, Leistung und Frequenz.
Was ändert sich mit der Maschinenverordnung ab 2027?
Die Pflichtangaben bleiben im Kern gleich. Neu ist, dass die Betriebsanleitung digital bereitgestellt werden darf. Wer davon Gebrauch macht, muss auf der Maschine angeben, wo sie abrufbar ist – üblicherweise als QR-Code oder URL auf dem Typenschild. Der Verweis muss über die voraussichtliche Lebensdauer der Maschine funktionieren, die Dokumentation mindestens zehn Jahre abrufbar bleiben.
Für die Beschaffung heißt das: Wer ab 2027 neue Maschinen in Verkehr bringt, sollte beim Typenschild von vornherein Platz für einen QR-Code einplanen.
Kann ich ein Typenschild mit QR-Code bestellen?
Ja. Den QR-Code laden Sie als Grafik im Konfigurator hoch oder lassen ihn aus Ihrer URL erzeugen. Graviert oder in Volltondruck ausgeführt bleibt er über Jahre scanbar – anders als bei einem aufgeklebten Papieretikett, das verblasst.
Kann ich Typenschilder mit CE-Kennzeichnung bestellen?
Ja. Das CE-Zeichen binden Sie im Konfigurator als Grafik ein. Vorgeschrieben ist eine Höhe von mindestens 5 mm; die Proportionen des Zeichens dürfen dabei nicht verändert werden. Die Lasergravur erfüllt die Anforderung an eine dauerhafte und gut lesbare Anbringung.
Ob Ihr Produkt CE-kennzeichnungspflichtig ist und welche Konformitätsbewertung dafür nötig war, prüfen Sie oder Ihre benannte Stelle – das Anbringen des Zeichens auf dem Schild setzt diese Prüfung voraus.
Kann ich ein beschädigtes Typenschild nachmachen lassen?
Ja. Senden Sie uns ein Foto des alten Schilds oder die Angaben als Liste, und wir fertigen ein Ersatzschild im selben Format und mit demselben Inhalt. Das ist der häufigste Grund, aus dem Betreiber bei uns bestellen: Das Originalschild ist korrodiert, überlackiert oder abgerissen, und ohne Typenschild lässt sich die Maschine weder warten noch mit Ersatzteilen versorgen.
Bei einem Ersatzschild bleiben Sie für die Richtigkeit der Angaben verantwortlich – wir übernehmen den Inhalt unverändert so, wie Sie ihn uns übermitteln.
Welches Material eignet sich für Typenschilder an Maschinen?
Eloxiertes Aluminium ist der Standard. Die Lasergravur hat guten Kontrast, das Material ist leicht, korrosionsbeständig und für Innen- wie Außenbereich geeignet.
Edelstahl wählen Sie bei hohen Temperaturen, Säuren, Laugen oder Reinigung mit Hochdruck – also in der Lebensmittelverarbeitung, der Chemie und im Außenbereich an der Küste.
Gravierter Kunststoff ist die günstigste Variante und eignet sich für Geräte im Innenbereich ohne besondere thermische oder chemische Belastung.
Selbstklebendes Vinyl verwenden Sie dort, wo nicht gebohrt werden darf und die Belastung gering ist.
Was bedeutet eloxiertes Aluminium?
Beim Eloxieren wird die Oberfläche des Aluminiums elektrochemisch in eine harte Oxidschicht umgewandelt. Diese Schicht ist Teil des Materials, nicht eine Lackierung darauf, und schützt dauerhaft gegen Korrosion und Abrieb. Die Lasergravur trägt sie punktgenau ab, sodass die Beschriftung im Material liegt und nicht abblättern kann.
Gibt es selbstklebende Typenschilder?
Ja. Typenschilder in Aluminium, Edelstahl und Vinyl sind wahlweise mit Industrieklebeband oder mit Schraublöchern erhältlich; Sie wählen die Befestigung im Konfigurator.
Selbstklebend ist die richtige Wahl, wenn in das Gehäuse nicht gebohrt werden darf oder die Maschine bereits im Betrieb ist. Für stark vibrierende Anlagen und für Oberflächen, die regelmäßig mit Lösungsmitteln gereinigt werden, empfehlen wir die Verschraubung.
Kann ich fortlaufende Seriennummern in einer Bestellung vergeben?
Ja. Sie legen das Layout einmal an und ändern pro Schild nur die Nummer oder einzelne Datenfelder. Eine Serie mit durchlaufender Nummerierung lässt sich so in einer Bestellung fertigen, und alle Schilder sehen identisch aus. Bei längeren Listen senden Sie uns die Daten als Tabelle, dann legen wir den Auftrag für Sie an.
Wie werden Typenschilder befestigt?
Per Schraube oder mit Industrieklebeband. Die Verschraubung ist die rüttelfeste Variante und die erste Wahl an Maschinen, Fahrzeugen und mobilen Anlagen. Klebeband eignet sich für glatte, fettfreie Oberflächen und dort, wo nicht gebohrt werden darf. Zusätzlich bieten wir Typenschilder als Anhänger an, wenn das Schild nicht direkt am Gehäuse sitzen soll.
Welche Mindestgröße gilt für Typenschilder?
Produktionstechnisch sind 25 × 10 mm das kleinste Format, das wir gravieren können. Darüber bestimmen Sie die Maße selbst – das Schild wird nach Ihren Angaben gefertigt, es gibt keine feste Größenliste. Beachten Sie bei der Planung, dass die CE-Kennzeichnung mindestens 5 mm hoch sein muss.
Was ist der Unterschied zwischen Typenschild, Leistungsschild und Maschinenschild?
Die drei Begriffe bezeichnen dieselbe Produktgruppe und werden in der Praxis synonym verwendet.
Typenschild ist der Oberbegriff für die Kennzeichnung mit Hersteller-, Typ- und Identifikationsdaten.
Leistungsschild betont die elektrischen oder mechanischen Leistungsdaten. Bei Elektromotoren ist Leistungsschild die normgerechte Bezeichnung.
Maschinenschild ist der umgangssprachliche Ausdruck für ein Typenschild an einer Maschine.
Gibt es eine Mindestbestellmenge?
Nein. Sie bestellen ab einem einzigen Stück. Bei größeren Serien sinkt der Stückpreis automatisch.